spezielle Diabetologie

Medizinische Themen

Diabetes ist kein einheitliches Krankheitsbild. Diabetes ist ein Syndrom. Die unterschiedlichen genetischen Grundlagen, kombiniert mit unterschiedlicher Ätiologie, Epidemiologie und Pathogenese lassen Diabetes mellitus in facettenreicher und vielfältiger Ausprägung erscheinen. Kennzeichen des Diabetes ist die Hyperglykämie, die durch Defekte in der Insulinsekretion, der Insulinwirkung oder durch die Kombination beider zustande kommt. Das Überschreiten der Nierenschwelle führt zur so genannten süßen Harnflut ( griechisch: diabeinein = durchfließen, durchdringen und lateinisch mellitus = süß schmeckend).

Diabetes ist nicht nur von veränderten Stoffwechselparametern charakterisiert sondern durch die Veränderungen an verschiedenen Organen wie Hirn, Augen, Herz, Nieren, Leber, Gefäße und Nerven, die die Befindlichkeit einschränken und die Lebenserwartung des Diabetikers drastisch reduzieren. Bei einer Manifestation des Typ 2-Diabetes im mittleren Lebensalter wird ein Lebenszeitverlust von 6-8 Jahren beobachtet.

Bereits 1550 vor Christus fand man in einem ägyptischen Papyrus eine dem Diabetes entsprechende Beschreibung und im 5. Jahrhundert nach Christus war Zucker im Urin in Indien bekannt. Diese Erkenntnis fand sich im 10. Jahrhundert nach Christus in Arabien und im 17. Jahrhundert beschrieb der Engländer Willis den süßen Geschmack des Urins von Diabetikern. 1849 wies Claude Bernard Glykogen in der Leber nach. 1869 beschrieb Paul Langerhans die nach ihm benannten Inseln im Pancreas. 1889 erzeugten Minkowski und v.Mering durch Pancreatektomie bei einem Hund Diabetes.

Der Meilenstein in der Behandlung des Diabetes war jedoch die Isolierung von Insulin und die therapeutische Anwendung durch Banting und Best im Jahre 1921. Die Einteilung in jugendlichen Diabetes und Erwachsenen-Diabetes stellt keine ätiologische Zuordnung dar. Die frühere Einteilung in insulinabhängigen und nicht insulinabhängigen Diabetes führte häufig zu Missverständnissen. 1995 bis 1997 wurde unter der Schirmherrschaft der American-Diabetes-Association eine neue ätiologisch begründete Klassifikation des Diabetes mellitus erarbeitet, die von der Welt-Gesundheits-Organisation 1998 und von der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft im Jahre 2000 bestätigt und in die Diabetes-Leitlinien übernommen wurden. Seither hat sich viel in Bezug auf Behandlung, Schulung und Vorsorge geändert. Die Disease-Mangement-Programme versuchen hier Gutes in Bezug auf die Verhütung von diabetischen Folgeschäden, die sich als Erkrankungen der großen und kleinen Arterien und der Nerven mit Schäden an Herz, Nieren, Gehirn und Augen etablieren, zu leisten. Wir raten daher jedem Diabetiker, sein Wissen um seine Erkrankung in einer Schulung zu vertiefen und seine Behandlung sowie seine Lebensführung individuell in Zusammenarbeit mit uns zu erarbeiten. Nur so lassen sich Folgeschäden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, offene Füße mit abgestorbenen Zehen oder Nieren- und Augenschäden, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, vermeiden.

Sehr geehrte Besucher! Ich werde Ihnen aus unerem vielfältigen Schulungs- und Unterrichtsangebot im Folgenden ausgewählte Themen präsentieren.
  Welche Ernährung schont die Nieren? Die Nieren filtern aus dem Blut Abfallstoffe, die der Körper nicht mehr verwerten kann. Der größte Teil dieser Abfallstoffe sind Harnstoff und Harnsäure, die beim Abbau von Eiweiß (Proteinen bzw. Aminosäuren) entstehen. Je mehr Harnsäure bzw. Harnstoff entsteht, desto mehr hat die Niere zu tun. Eine bereits angeschlagene Niere kann also ganz einfach entlastet werden: Verringern Sie den Harnstoff und die Harnsäure im Blut!

Wie kann ich die Entstehung von Harnstoff und Harnsäure verringern?

Grundregel Nummer eins ist das Verringern des Eiweißanteils in Ihrer Ernährung. Das gilt insbesondere für die tierischen Eiweiße. Gleichzeitig sollten Sie den Anteil der pflanzlichen Eiweiße erhöhen. Das heißt aber nicht, daß Sie vollständig auf Lebensmittel wie Wurst, Käse und Fleisch verzichten müssen. Genießen Sie diese in Maßen. Damit nützen Sie nicht nur Ihren Nieren, sondern generell Ihrer Gesundheit. Achten Sie darauf, auch Ihren Verbrauch an (Koch-)Salz einzuschränken. Denken Sie außerdem daran, immer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen!

Wieviel Eiweiß darf ich unbesorgt zu mir nehmen?

Zum Schluß noch ein paar Zahlen, die Ihnen als Richtwert dienen können. Wir wissen, daß es nicht einfach ist, diese niedrigen Richtwerte in der täglichen Ernährung einzuhalten. Jedoch liegt die empfohlene Höchstgrenze der Eiweißzufuhr bei 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und pro Tag. Das heißt, bei einem Körpergewicht von 70 kg dürfen Sie 56 g Eiweiß pro Tag verzehren. Zwei Drittel dieser Menge sollten pflanzlichen und ein Drittel davon tierischen Ursprungs sein. Auch wenn es nicht viel ist, achten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe auf diese Werte.

Diese Zahlen können für eine ausgewogene Ernährung helfen. Eiweißanteil ausgewählter Nahrungsmittel. Alle Angaben in Gramm, bezogen auf 100 g der Nahrungsmittel. Pflanzliches Eiweiß Tierisches Eiweiß Kartoffeln 2,0 Fleisch, z.B. mageres Rindfleisch 18,8 Brot, z.B. Roggenvollkorn 7,3 Geflügel, z.B. Brathuhn 20,6 Nudeln, z.B. Spaghetti 13,0 Fisch, z.B. Forelle 19,1 Reis, poliert 7,0 Wurst, z.B. Cervelat 16,9 Mehl, Typ 405 10,6 Käse, z.B. Edamer (45% Fett) 18,7 Erbsen, getrocknet 22,9 Eier 12,9 Nüsse, z.B. Erdnüsse 26,5 Vollmilch 3,1

  Die diabetische Nierenerkrankung ist ein Wendepunkt im Leben eines Diabetikers denn in Deutschland ist Diabetes die häufigste Ursache des chronischen Nierenversagens. Jährlich müssen etwa 90 Diabetiker pro 1 Million Einwohner an die künstliche Niere. Die jährlichen direkten Behandlungskosten dafür betragen ca. 30 000 Euro. Durch rechtzeitige Behandlung kann eine Nierenschädigung bei Diabetikern vermieden werden. Die Diagnose Nierenschaden kann man ganz schnell durch Messung der Eiweiss-Ausscheidung im Urin per Teststreifen stellen. Die Therapie besteht 1. in einer optimalen Blutzucker-Einstellung 2. in einer optimalen Blutdruckeinstellung mit Werten unter 120/80 3. im Verzicht auf Zigarettenrauchen.
  Diabetes schädigt die kleinen Adern der Augen und ist damit die häufigste Ursache für Erblindung von Menschen im Erwerbsalter.Jährlich werden 3000 bis 4000 Diabetiker blind. Eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt ist neben einer guten Blutzuckereinstellung unverzichtbar zur Verhütung dieser gravierenden Komplikation.

240000 Diabetiker leiden aktuell an einer Fußverletzung und dies führt zu einer Amputationsrate von knapp 30 000 pro Jahr.Auslösende Faktoren sind meistens überhöhte Drucke in zu engen Schuhen oder bakterielle Infektionen bei schlechter Blutzuckereinstellung. Also 1 x pro Quartal zum Arzt zur Fußkontrolle und zur Diagnostik. Tägliche Pflege und Kontrolle der Füße verhindert Schlimmes. Gründliches Trocknen nach der Fußwäsche auch in den Zehenzwischenräumen und anschließendes Eincremen sind die Voraussetzungen um einer Amputation zu entgehen.
  Was ist Schwangerschaftsdiabetes? In der Schwangerschaft wird Diabetes oft nicht bemerkt. Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit, die sich während einer Schwangerschaft entwickeln kann. Meist tritt sie im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und verschwindet unmittelbar nach der Geburt wieder. Neun Prozent der Frauen, die während einer Schwangerschaft an dieser Form des Diabetes leiden, entwickeln in den folgenden Jahren einen Typ2 Diabetes. Diese Form der Zuckerkrankheit betrifft meist übergewichtige Frauen sowie Schwangere, in deren Familien bereits einmal ein Typ2 oder sogar Gestationsdiabetes aufgetreten ist. Die Krankheit zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Gestationsdiabetes lässt sich bei etwa 4 Prozent aller Schwangeren nachweisen.

Wie entsteht Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftshormone und Hormone, die der Mutterkuchen (Plazenta) bildet, wirken unter anderem blutzuckererhöhend. Insulin ist dagegen das einzige blutzuckersenkende Hormon des Körpers. Die Schwangerschaft stört das Gleichgewicht zwischen blutzuckererhöhenden Hormonen und dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin. Die Bauchspeicheldrüse der Schwangeren muss also immer größere Mengen an Insulin produzieren. Kann die Schwangere den erhöhten Bedarf an Insulin nicht durch eine verstärkte Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse ausgleichen, entwickelt sich der Gestationsdiabetes. Nach der Geburt nimmt der Insulinbedarf wieder ab und der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet.

80 Prozent aller Frauen, die einen Gestationsdiabetes entwickeln, leiden während einer zweiten Schwangerschaft erneut daran.

Welche Anzeichen treten auf?

Diese Form der Zuckerkrankheit verläuft oft ohne Beschwerden. Meist wird sie erst durch Suchtests entdeckt. Werden diese Tests nicht durchgeführt, wird die Erkrankung meist erst durch Folgeerscheinungen auffällig, beispielsweise starke Zunahme der Fruchtwassermenge oder abnormales Größenwachstum des Kindes. Nur selten treten bei einer Schwangeren Symptome auf, wie sie bei Typ1 Diabetes üblich sind.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Etwa ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel steigt der Insulinbedarf stark an. Dies erklärt auch, warum der Gestationsdiabetes oft erst nach der 24 Schwangerschaftswoche entdeckt wird. Er lässt sich durch die Bestimmung des aktuellen Blutzuckers oder einen Glukosetoleranztest feststellen.

Heute wird bei jeder Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest empfohlen. Liegen Risikofaktoren vor, ist dieser Test sogar zwingend notwendig. Beim einfachen Suchtest wird der Blutzuckerwert eine Stunde nach Verabreichung von 50 Gramm Glukoselösung bestimmt. Liegt dieser über 140 mg/dl, deutet dies auf einen Gestationsdiabetes hin. Dieser vereinfachte Test lässt sich problemlos bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Hausarzt durchführen.

Die endgültige Klärung bringt ein Zuckerbelastungstest. Hier wird der Blutzuckerwert nüchtern sowie eine und zwei Stunden nach Verabreichung von 75 Gramm Glukose bestimmt. Sind die Untersuchungergebnisse grenzwertig, empfiehlt es sich, den Zuckerbelastungstest nach drei bis vier Wochen zu wiederholen.

Ist Gestationsdiabetes gefährlich?

Der Schwangerschaftsdiabetes kann für Mutter und Kind gefährlich sein. Mögliche Folgen sind die starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder. Bei der Geburt wiegen die Babys meistens mehr als 4000 Gramm. Auf Grund des Gewichtes kann es zu Problemen während der Geburt kommen, die auch das Kind belasten. Häufig wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Außerdem kann die Ausreifung des ungeborenen Kindes verzögert ablaufen. Besonders wichtig ist hier die langsamere Ausreifung der kindlichen Lungen. Daneben sind Stoffwechselstörungen und Verschiebungen im Salzhaushalt des Kindes zu beobachten.

Die größte Gefahr liegt darin, dass die Entwicklung des Mutterkuchens gestört ist. Die Folgen sind eine Mangelversorgung oder sogar das Absterben des Kindes. Schwangere mit einem Gestationsdiabetes leiden häufiger an Infektionen, beispielsweise der Harnwege, und sie entwickeln öfters schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck. Wird der mütterliche Zuckerstoffwechsel frühzeitig normalisiert, lassen sich die Risiken für Mutter und Kind deutlich verringern.

Nach der Geburt neigen die Neugeborenen von Müttern mit einem Gestationsdiabetes zur Unterzuckerung. Durch regelmäßige Kontrollen innerhalb der ersten 48 Lebensstunden und gegebenenfalls Zufütterung von Traubenzuckerlösung sind Schäden zuverlässig auszuschließen.

Kindliche Fehlbildungen treten nur bei schlecht eingestelltem, insulinpflichtigen Typ1 Diabetes deutlich gehäuft auf aber nicht bei einem Gestationsdiabetes.

Wie wird ein Gestationsdiabetes behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte vor und nach dem Essen zu normalisieren. Der Blutzucker sollte nüchtern unter 90 mg% und etwa zwei Stunden nach dem Essen unter 120 mg% liegen. Bei etwa 85 Prozent der Schwangeren ist die richtige Ernährung als Therapie ausreichend. Wer normalgewichtig ist, sollte im Lauf der Schwangerschaft nicht mehr als zwölf Kilogramm zunehmen.

Übergewichtige Frauen sollten möglichst wenig zunehmen, da Geburtskomplikationen bei starkem Übergewicht häufiger auftreten. Eine tägliche Energiemenge von 1500 bis 1800 Kalorien ist empfehlenswert. Vermeiden Sie aber unbedingt eine Gewichtsabnahme während der Schwangerschaft, denn dabei würde das Kind nicht mehr ausreichend versorgt. Verschieben Sie eine dauerhafte Gewichtsabnahme auf die Zeit nach der Geburt und Stillzeit. Die grundsätzlichen Empfehlungen für die Ernährung in der Schwangerschaft gelten auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes: Sie brauchen ausreichend Energie für sich und Ihr Kind. Aber essen Sie nicht "für zwei". Essen Sie täglich Obst, Gemüse und frische Salate, denn Sie brauchen jetzt besonders viel Vitamine und Mineralstoffe. Verwenden Sie wenig Fett für die Zubereitung Ihrer Speisen und als Brotaufstrich. Wählen Sie fettarme Lebensmittel aus. Essen Sie regelmäßig fettarme Milchprodukte, um ausreichend Calcium aufzunehmen. Essen Sie weniger Fleisch und häufiger Fisch; damit sichern Sie den Jodbedarf ihres Körpers und den Ihres Kindes. Sie brauchen ausreichend Flüssigkeit. Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder andere energiearme Getränke. Würzen heißt nicht salzen! Verwenden Sie reichlich Gewürze und frische Kräuter und salzen Sie sparsam mit Jodsalz. Bei etwa 15 Prozent der Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich. Dabei reichen oft kleine Mengen eines schnell wirkenden Insulins vor den Hauptmahlzeiten. Manchmal wird zusätzlich vor dem Schlafengehen und eventuell morgens ein lang wirkendes Insulin gespritzt, das den nahrungsunabhängigen basalen Insulinbedarf abdeckt und einen hohen Nüchternblutzucker verhindert. Zur Insulinsorte und Dosierung gibt Ihr Arzt Auskunft. Diabetesmedikamente in Tablettenform dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil sie zu schweren Entwicklungsstörungen des Kindes führen können.

Was können Sie selbst tun? Lernen Sie, Ihren Blutzucker selbst zu bestimmen Bewegen Sie sich regelmäßig Ernähren Sie sich gesund Verteilen Sie die drei Hauptmahlzeiten auf sechs bis sieben kleinere Mahlzeiten über den Tag. Dadurch vermieden Sie große Belastungen des Zuckerstoffwechsels. Prognose: Mütter mit Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft haben später ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für Gestose-Erkrankungen, beispielsweise schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck oder sogar Krampfanfälle.

  REGULATION DES BLUTZUCKERHAUSHALTES Diabetes ist immer durch zu hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet(Hyperglykämie), weil ein gesunder Organismus diese Situation sicher durch ein fein abgestimmtes hormonelles Konzept, in dem die Hormone Insulin und Glukagon die Hauptrolle spielen verhindern kann. Insulin stammt aus den Beta-Zellen und Glukagon stammt aus den Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Glukagon steuert die Produktion von Glukose in der Leber durch Glykogenolyse und Glukoneogenese(MObilisierung der Reserven und Neubildung von Zucker). Insulin steuert die Aufnahme, Verbrennung und Speicherung von Glukose in den insulinabhängigen Geweben (Muskulatur, Fettgewebe und Leber). Die Abgabe der Hormone Glukagon und Insulin wird vom Gehirn über neuronale Steuerung kontrolliert und fein abgestimmt. Dabei ermöglichen die Botenstoffe des sympathischen und parasympathischen Nevensystems sowie des Gehirns(Adrenalin, Noradrenalin, Acetylcholin, Dopamin, Endorphine, Corticotropin-releasing-hormone, Thyreotropin-releasing-hormone, Substanz P, Galanin und Gastrin-releasing-petide)die bedarfsgerechte KOntrolle. Die 4 wesentlichen Hormone der Bauchspeicheldrüse: Insulin, Glukagon, Somatostatin und pakreatisches Polypetid konnten auch im Gehirn nachgewiesen werden. Daraus folgt, daß die Bauchspeicheldrüse und das Nervensystem entwicklungsgeschichtlich und konzeptionell in einer festen Beziehung zueinander stehen. Durch die Auslagerung der Bauchspeicheldrüse in den Bauch und die Zwischenschaltung der Leber sowie die Verbindung zum Magen-Darm-Trakt ist es gelungen, den Hauptbrennstoff Glukose fortwährend bedarfsgerecht unter Einschaltung von hormoneller KOntrolle der Schilddrüse und der Nebennieren sowie der Hirnanhangsdrüse in allen Lebenslagen effektiv mit Hilfe von Adreno-corticotropem Hormon, Gastric-inhibitor-peptide, Glucagon-like-peptide-1, Thyreoidea stimulierendem Hormon und Prostaglandinen zur Verfügung zu stellen.
   
 


Warum haben Typ-2 Diabetiker eine Fettleber? Kann man die Verfettung der Leber verhindern?

Insulin "verarbeitet" den Blutzucker indem der Zucker in der Muskulatur für Muskelarbeit gespeichert wird und in der Leber für die nächtliche Versoregung mit Glucose gespeichert wird. Der nicht benötigte Zucker wird im Fettgewebe abgeladen und das Fettgewebe wird nach dem Speichervorgang für 5 Stunden verschlossen, damit die wertvolle Reserve nicht verloren geht.

 Genau das ist der Grund, warum Typ-2 Diabetiker in der Regel übergewichtig sich und eine Fettleber haben.  

Wenn die Zufuhr von schnellen Kohlenhydraten beschränkt oder nur am Morgen in Form von Vollkornbrot aufgenommen wird, werden der Typ-2 Diabetikewr und seine Leber dünn und die Blutzuckerwerte normalisieren sich. Weitere Verbesserungen erricht man über mäßige Bewegung wie 1 x tgl. 45 Minuten Spazierengehen, damit die Muskelspeicher entleert werden und der in der Blutbahn zirkulierende Zucker im Muskel abgespeichert werden kann.   

   
 

 Typ 1 Diabetes: warum habe ich ständig schlechte BZ-Werte?

Der Typ-1 Diabetes ist eine Erkrankung, die auf einem absolutem Mangel an Insulin beruht. D.h.: man muss den gesamten  Bedarf spritzen. Um die Organe ausreichend zu versorgen spritzt man ein lang wirkendes Basal-Insulin, zur Korrektur von zu hohen Blutzuckerwerten oder beim Essen von Kohlenhydraten (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Obst, Marmelade, Honig, Gebäck, Süßigkeiten, Saft, Limonade usw. ) muss man eine entsprechende Menge eines schnell wirkenden Insulins injizieren. Hierzu muss man den unterschiedlichen Bedarf an Insulin im Laufe eines Tages berücksichtigen. Zum Beispiel spritzt man morgens 2-3 Einheiten für eine Broteinheit, mittags 0,5-1 Einheit und abends 1-1,5 Einheiten für eine Broteinheit. Der Zucker bleibt aber nur normal wenn man die Zeitblöcke für morgens, mittags und abends genau definiert. Ausserdem geht die Rechnung nur auf, wenn die Dosis des Basalinsulins stimmt. Das kann man herausfinden, wenn man einen "Basaltag" mit Blutzuckermessungen in Abständen von 2 Stunden einlegt. Ganz wichtig ist aber auch zu Folgendes zu wissen: Eintritt der Insulinwirkung, Maximum der Insulinwirkung und Dauer der Insulinwirkung und zwar bezogen sowohl auf das Basalinsulin als auch in Bezug auf das Normalinsulin um die Auswirkungen einer Insulininjektion auf den Blutzucker kalkulieren zu können. Damit vermeidet man Hypoglykämien (Unterzuckerungen) und Hyperglykämien (zu hohe Blutzuckerwerte). Um den Bedarf genau einschätzen zu können ist es unerlässlich, das zielsichere und damit relativ genaue Schätzen von BE (Broteinheiten) immer wieder zu üben.               

 

      

 

 Diabetes-Betreuung:

1 x pro Quartal Labor (HBA1c und Nüchternzucker, ggf Nierenwerte, Leberwerte, Blutbild, Urinstatus -Eiweissbestimmung)

1x pro Jahr : Cholesterin +HDL/LDL , Triglyceride, EKG , Blutdruckkontrolle, Fußuntersuchungen, Nerven-Funktion und Durchblutung

 

alle 3 Monate Kontrolle einer Nieren-Funktionsstörung ab Stadium 3 = Ausscheidungsrate : GFR 15-40 (körperlich Schwäche, Gewichtsverlust, Juckreiz, Müdigkeit,Blutarmut)        

 

1 x pro Jahr Augenärztliche Untersuchung, Ultraschall Schilddrüse und Halsschlagadern, Bauch 

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

Diabetologe DDG/ÄKWL